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Prämiertes Bildungsprojekt „Fußball trifft Kultur“ startet an der Lerchenrainschule

November 19, 2011 · redaktion · Kein Kommentar

Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt an der Martin-Luther Schule in Bad Cannstatt startet nun auch die Lerchenrainschule mit „Fußball trifft Kultur“. Gemeinsam mit den Stuttgarter Kickers, dem Sportpaten Guido Buchwald und der Kulturpatenschaft des Thienemann Verlages werden 21 Drittklässler der Lerchenrainschule in den nächsten beiden Schuljahren zweimal in der Woche durch ein gemeinsames Fußballtraining mit anschließendem Sprachunterricht gefördert. Ziel ist es, die Sprachkompetenz der Kinder und damit die schulischen Perspektiven und Bildungschancen frühzeitig zu verbessern.

„Fußball trifft Kultur – das klingt nur auf den ersten Blick wie ein Widerspruch“, so der Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung und Krankenhäuser, Werner Wölfle. „Mit dem Ansatz, jungen Menschen über die Bewegung die Lust am Lesen und der Sprache zu vermitteln, trifft das Projekt den Nerv und das Bedürfnis vieler Kinder. Wer sich bewegt, fühlt sich wohler und wer sich wohl fühlt, lernt lieber und besser. Das Projekt ist ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einer bewegten Schule, in der alle Schüler in Stuttgart von dieser ‚Bildungsidee‘ profitieren. Dafür danke ich allen Beteiligten.“

„Ich freue mich sehr, dass wir jetzt mit einer zweiten Schule und weiteren 21 Mädchen und Jungen das Projekt hier in Stuttgart erweitern können“, so die Projektleiterin Roswitha Wenzl. „Ich sehe darin eine große Chance für die betreffenden Kinder, die nun über zwei Schuljahre hinweg intensiv und ganz persönlich begleitet und gefördert werden. Gezielte Sprachförderung, viel Bewegung und das Gefühl, wertgeschätzt zu werden – das alles zusammen scheint mir die beste Vorrausetzung für nachhaltigen Lernerfolg und spätere weiterführende Bildungschancen. Ich bin davon überzeugt, dass ‚Fußball trifft Kultur‘ der richtige Ansatz hierfür ist.“

Mit Bewegung lässt es sich leichter lernen – diese wissenschaftliche Erkenntnis war der Anlass, dass die Frankfurt Book Fair Literacy Campaign (LitCam) 2006 das Projekt „Fußball trifft Kultur“ ins Leben rief. Neben Stuttgart wird das Projekt auch in Frankfurt, Berlin, Hamburg und Gelsenkirchen durchgeführt. Durch die Kombination von Fußballtraining und Ergänzungsstunden zum regulären Unterricht wird die Chance auf ein besseres soziales Verhalten im Team ermöglicht. Zudem soll das Interesse an Bildung und Kultur geweckt werden. Das Projekt basiert somit auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass Bewegung und Sport die kognitive Aufnahmefähigkeit verbessert. Im Februar 2010 startete das Pilotprojekt in Stuttgart. Seither wird es erfolgreich an der Martin-Luther-Schule durchgeführt. Im Rahmen der diesjährigen Frankfurter Buchmesse wurde „Fußball trifft Kultur“ sogar mit der „Bildungsidee 2011“ vom Bundesministerium für Forschung und Wissenschaften ausgezeichnet.

Sportpate Guido Buchwald – Fußball trifft KulturVergrößernSportpate Guido Buchwald umringt von Drittklässlern. Foto: Thomas WagnerSportpate Guido Buchwald umringt von Drittklässlern. Foto: Thomas Wagner
Das Projekt in der Praxis

Vor vier Wochen startete „Fußball trifft Kultur“ an der Lerchenrainschule. Seither findet zweimal in der Woche das Fußballtraining statt, das von den Stuttgarter Kickers realisiert wird. Im unmittelbaren Anschluss an die Sporteinheit findet im Klassenzimmer der gezielte Sprachunterricht mit speziell ausgebildeten Sprachlehrern statt. Hier lernen die Kinder, ein Gefühl für die deutsche Sprache zu entwickeln und umfangreiche Sätze zu bilden. Auch die Lesefertigkeit wird geschult.

„Bewegung und Sprachförderung sind zwei wichtige Elemente in unserem Schulprofil. Sportliches Training und Deutschunterricht miteinander zu kombinieren, passt daher sehr gut in unsere Konzeption und eröffnet uns neue Möglichkeiten zur Erweiterung unseres Profils. Je früher eine Sprachförderung stattfinden kann, desto effektiver und positiver ist die Wirkung auf den Schulalltag“, so die Direktorin der Lerchenrainschule, Dorothea Grübel. „Als multikulturelle Schule mit 25 Nationen ist es unsere Aufgabe, die Integration zu fördern und den Übergang auf weiterführende Schulen zu erleichtern. Die Sprache ist hierbei ein wichtiger Baustein. Aber auch die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen tragen zu einer guten Integration bei. Ich freue mich, dass das ausgezeichnete Projekt nun auch an der Lerchenrainschule starten kann und danke allen Beteiligten und Unterstützern für ihr Engagement.“

Die neun Mädchen und 13 Jungen sind mit teilweise erheblichen Sprachdefiziten in das Projekt gestartet. Ziel ist es, ähnliche Erfolge wie an der Martin-Luther-Schule zu erreichen. Durch die intensive Förderung beteiligten sich dort die meisten Kinder im Projektverlauf deutlich besser und konzentrierter – und damit erfolgreicher – am Unterricht. Auch im Sozialverhalten konnte die Schule sehr positive Entwicklungen feststellen. Vor allem das Selbstbewusstsein und die gesamte Persönlichkeit der Kinder wurden durch das Projekt gestärkt.

„Sehr gerne unterstützen die Stuttgarter Kickers und ich dieses tolle Projekt, das den Fußballsport und den Sprachunterricht miteinander verbindet“, so Guido Buchwald, Präsidiumsmitglied Sport beim SV Stuttgarter Kickers und Schirmherr des Projekts „Fußball trifft Kultur“. „Durch den Fußball werden den Kindern auch Verhaltensformen wie Kommunikation untereinander, Kameradschaft, Fairness, Teamgeist und ein „Wir-Gefühl“ vermittelt. Dies sind die Ziele, die aus Sicht der Stuttgarter Kickers neben dem Erlernen der deutschen Sprache wichtig sind, da sie für das Verhalten in unserer Gesellschaft und für die Integration von Bedeutung sind – nicht nur beim Fußball.“

Die Teilnahme am Projekt ist für die Kinder kostenlos, da es an der Lerchenrainschule durch „Hilfe für den Nachbarn e.V.“ finanziert werden kann. Das Staatliche Schulamt unterstützt das Projekt zudem mit zwei zusätzlichen Lehrerstunden. Die Gesamtverantwortung in Stuttgart liegt bei der Kinderbeauftragten der Stadt, Roswitha Wenzl. Koordiniert wird „Fußball trifft Kultur“ vom Diplom-Sportpädagoge Uwe Jaeger vom „Gemeinschaftserlebnis Sport“ beim Sportkreis Stuttgart.

Ein wichtiger Baustein des Projektes ist der Bereich Kultur, der den acht- bis neunjährigen Kindern bei Ausflügen, Museums- oder Theaterbesuchen während der nächsten zwei Jahre vermittelt werden soll. Diese Termine finden außerhalb der Unterrichtszeit statt. Geplant ist unter anderem der Ausflug in die neue Kinderbibliothek und in die Wilhelma oder der gemeinsame Besuch einer Partie der Stuttgarter Kickers. Ein besonderes Highlight wird das „Fußball-trifft-Kultur-Turnier“ sein. Hier treffen sich regelmäßig alle Kinder aus den Projektstädten und lernen sich kennen.

Mit dem Stuttgarter Thienemann Verlag konnte für den Kulturbereich ein neuer Partner gewonnen werden. Der Verlag ist einer der traditionsreichsten Bilder-, Kinder- und Jugendbuchverlage im deutschsprachigen Raum und verlegt Klassiker wie „Der kleine Wassermann“, „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ oder „Urmel aus dem Eis“.

„Als Kulturpate des Projekts möchte der Thienemann Verlag den Kindern Freude an Büchern und am Lesen vermitteln. Denn Interesse an Literatur und Lesekompetenz sind wichtige Schlüssel für den Erfolg in der Schule und entscheidend für spätere berufliche Konkurrenzfähigkeit. Durch Lesen werden Fantasie und Kreativität angeregt, emotionale und soziale Kompetenzen gefördert sowie sprachliche Fähigkeiten verbessert. Vor allem machen Bücher aber auch Spaß! Und das motiviert Kinder nachhaltig zum Lesen“, so die Sprecherin des Thienemann Verlages Heinke Schöffmann.

Damit auch Kinder, die sonst keinen leichten Zugang zu Büchern haben, Kontakt zur Kinderliteratur bekommen, wird der Thienemann Verlag durch Bücherspenden die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler unterstützen, Lesepaten mit Büchern ausstatten und die Kinder in den Verlag einladen. Dort können sie berühmte Figuren wie den „Räuber Hotzenplotz“ kennen lernen und erfahren, wie Bücher gemacht werden.
Studie zur Wirksamkeit des Sprach- und Bewegungsprogramms

Mit dem Institut für Deutsche Sprache und Literatur und dem Institut für Bewegungserziehung und Sport der PH Karlsruhe wird das Projekt erstmals auch wissenschaftlich begleitet.

In einer Längsschnittuntersuchung werden in den nächsten Monaten rund 200 Kinder der teilnehmenden Stuttgarter und Frankfurter Grundschulen in ihrer Leistungsentwicklung getestet. Als Messinstrument dienen dabei standardisierte Verfahren aus der Sprachdidaktik, der Kognitionspsychologie und der Sozialpsychologie. Festgestellt werden soll unter anderem, inwieweit sich die Kinder innerhalb des Projektverlaufs im Bereich ihrer Sprachkompetenz verbessern und wie sich beispielsweise auch das Selbstvertrauen oder die Integration in die Klassengemeinschaft verändern.

„Wir haben schon viel über den Erfolg des Projektes gehört und betrachten ‚Fußball trifft Kultur‘ nun von außen“, so Jun. Prof. Dr. Johanna Fay von der PH Karlsruhe. „Uns interessiert die systematische empirische Überprüfung der ambitionierten Projektziele. Mit unseren standardisierten, normierten Messinstrumenten wird es uns gelingen, differenzierte Aussagen über den Entwicklungsstand der Kinder im Vergleich zum bundesdeutschen Durchschnitt ihrer Altersgenossen zu treffen. Im Fokus der Analysen stehen dabei die Verbesserung der Prosozialität, die Sprachkompetenz, die Integration und das Klassenklima, der Selbstwert und das Selbstvertrauen, die Selbstregulation sowie die Schulleistungen allgemein.“

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