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Fast jeder vierte Stuttgarter Einwohner im Ehrenamt tätig

Dezember 8, 2009 · redaktion · Kein Kommentar

Bürgermeisterin Eisenmann: „Engagement ist für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft unverzichtbar“

Aus Anlass des Internationalen Tages des Ehrenamts am 5. Dezember hat die Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport, Dr. Susanne Eisenmann, neue Zahlen zum Ehrenamt in Stuttgart vorgestellt. Die Landeshauptstadt erhebt alle zwei Jahre in der sogenannten Bürgerumfrage von einer repräsentativen Anzahl von Stuttgarter Bürgerinnen und Bürgern Antworten auf Fragen zu verschiedenen Lebensbereichen. Das Thema ehrenamtliches Engagement nahm in diesem Jahr breiten Raum ein. Da schon die Bürgerumfragen 1999 und 2005 sich dem Thema widmeten, bietet sich die Gelegenheit, Trends in diesem Bereich zu erkennen.
„Fast jeder vierte Einwohner in Stuttgart ist ehrenamtlich tätig“, so Dr. Susanne Eisenmann. „Auf diese hohe Quote können wir stolz sein, denn ehrenamtliches Engagement ist für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft unverzichtbar. Jeder, der sich in seiner Freizeit für andere einsetzt, stärkt durch seine Tätigkeit unsere Gemeinschaft und macht sein Umfeld lebenswerter.“

Für die achte Bürgerumfrage wurden in diesem Jahr etwa 8600 repräsentativ ausgewählte Stuttgarterinnen und Stuttgarter angeschrieben und gebeten, sich an der Mehrthemenbefragung zu beteiligen. 44 Prozent von ihnen beteiligten sich an der Umfrage.

Der Anteil der volljährigen ehrenamtlich Tätigen liegt in Stuttgart laut der Umfrage bei 23 Prozent. Jeder Sechste der ehrenamtlich Tätigen erhält dabei eine geringe Aufwandsentschädigung. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die „Ehrenamtsquote“ nach dem Rückgang zwischen 1999 bis 2005 von 24 auf 21 Prozent also nicht weiter fortgesetzt, sondern sogar wieder leicht erhöht.

Auch die „Bereitschaftsquote“, der Anteil der Befragten, die sich eine ehrenamtliche Tätigkeit vorstellen könnten, derzeit aber kein Ehrenamt ausüben, hat sich nur minimal verändert. Wie bereits 2005 ist auch 2009 jeder Dritte dazu bereit, ein Ehrenamt zu übernehmen.

Die Stuttgarter Quote liegt niedriger als zum Beispiel beim „Freiwilligen-Survey“ des Bundesfamilienministeriums (36 Prozent) oder anderen Erhebungen. Die Differenzen ergeben sich unter anderem durch einen unterschiedlichen Erfassungsrahmen (Definition des Begriffes Ehrenamt, Altersabgrenzung der Befragten etc.). Während in Stuttgart eine regelmäßige Tätigkeit und Übernahme von Verantwortung im Rahmen des Ehrenamts abgefragt wird, gilt bei anderen Studien schon ein geringerer Einsatz als „bürgerschaftliches Engagement“. Daher ist die Vergleichbarkeit der Stuttgarter Bürgerumfrage zu anderen Studien problematisch.

Die ehrenamtlich Tätigen sind im Schnitt sechsmal im Monat und durchschnittlich 17 Stunden pro Monat tätig. Bei den Ehrenamtlichen sind die Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft deutlich unterrepräsentiert.

Die wichtigsten Einsatzbereiche ehrenamtlicher Tätigkeit sind wie auch 2005 „Kirche, Religion“, „Kinder, Jugend, Schule“, „Sport“, sowie „Kultur, Kunst, Musik, Gesang“. Nennenswerte Einbußen im Vergleich zu 2005 mussten dabei die Bereiche „Kirche, Religion“ und „Brand-/Katastrophenschutz, Rettungsdienst“ hinnehmen.

Die höchste Ehrenamtsquote nach Altersklassen weisen die 45- bis unter 55-Jährigen mit 29 Prozent auf. Jüngere Altersklassen (25 bis unter 45 Jahre) haben im Vergleich zur gesamtstädtischen Ehrenamtsquote deutlich geringere Anteile von 18 und 20 Prozent. Sie haben für das Ehrenamt ein geringeres Zeitbudget zur Verfügung, da sie Aufgaben wie die Haushalts- und Familiengründung meistern müssen.

Verheirate weisen mit einer Ehrenamtsquote von 25 Prozent das höchste Engagement im Ehrenamt innerhalb der Familienstandsstruktur auf. Sie sind zu fast 50 Prozent in der Altersklasse der 45- bis unter 65-Jährigen angesiedelt. Ledige, verwitwete oder geschieden beziehungsweise getrennt lebende Personen sind verhältnismäßig weniger ehrenamtlich tätig.

Das Ehrenamt wird vor allem von den Bevölkerungsgruppen getragen, die sich mit dem Begriff des sogenannten Bildungsbürgertums umschreiben lassen. So liegt aktuell die Ehrenamtsquote bei Personen mit einem Volks-/ Hauptschulabschluss bei lediglich 17 Prozent. Mit einem Abschluss an einer Berufsakademie, Fachhoch- oder Hochschule ist hingegen bereits jeder Vierte ehrenamtlich tätig. In engem Zusammenhang zur Bildung steht auch das Haushaltsnettoeinkommen. Unter den Personen mit geringerem Einkommen (unter 2000 Euro) ist nur jeder Sechste, unter den Personen mit höherem Einkommen (über 3000 Euro) dagegen etwa jeder Vierte ehrenamtlich engagiert. Auch eine Verbindung zur Berufsstruktur besteht. Beamte und Selbstständige zeichnen sich zum Beispiel durch ein überdurchschnittliches Engagement aus. Bei Arbeitern liegt die Ehrenamtsquote hingegen bei „nur“ zwölf Prozent. Bei allen Berufsgruppen steigt mit der Verantwortung im Beruf in der Regel auch die Ehrenamtsquote.

Die Bereitschaftsquote, gemessen an der Gesamtzahl der Befragten, beträgt 33 Prozent. Dieses Potenzial für jedwedes weitere freiwillige Engagement konzentriert sich insbesondere auf die jüngeren Altersgruppen (18 bis unter 45 Jahre). Senioren ab 65 Jahre spielen hingegen nur eine vergleichsweise untergeordnete Rolle. Die Diskrepanzen von Ehrenamtsquote und Bereitschaftsquote sind dabei im Alter zwischen 25 und 35 Jahre am stärksten, denn 18 Prozent sind ehrenamtlich tätig, aber (weitere) 46 Prozent wären zu einem Ehrenamt bereit. Dies kann durch die Haushalts- und Familiengründungsphase erklärt werden. Das Zeitbudget für ein Ehrenamt scheint hier nicht ausreichend zu sein, obwohl ein Interesse dazu besteht.

Die Maßnahmen zur Förderung des Ehrenamtes sollten nach Meinung der ehrenamtlich Tätigen insbesondere durch mehr „Öffentliche Anerkennung und Förderung“ (59 Prozent) sowie „Information und Öffentlichkeitsarbeit“ (43 Prozent) gefördert werden. Die nicht ehrenamtlich Tätigen sehen das ähnlich, allerdings sehen sie die „Information und Öffentlichkeitsarbeit“ an erster Stelle.

Mit 57 Prozent möchte inzwischen weit mehr als die Hälfte aller Befragten den bisherigen Förderungsumfang für das Ehrenamt beibehalten wissen. Für eine Erhöhung des Förderumfanges spricht sich inzwischen bereits jeder vierte Befragte aus. Der Anteil der Stuttgarter Bevölkerung, der sich für eine Kürzung des Förderumfanges aussprechen, ist im Zeitraum von 1999 bis 2009 stetig auf 17 Prozent gesunken. Inzwischen befürworten die nicht ehrenamtlich Tätigen eine Erhöhung der Ausgaben deutlich stärker als in den Vorjahren. Des Weiteren sind fast drei Viertel der Befragten der Ansicht, dass der zukünftige Gemeinschaftssinn beziehungsweise das bürgerschaftliche Engagement gleich bleiben oder sich verbessern wird. Die Einschätzung dieses Aspektes ist seit 1999 stetig besser geworden.

„Ehrenamtliches Engagement ist in einer Großstadt wie Stuttgart kein Selbstläufer“, sagte Bürgermeisterin Dr. Eisenmann abschließend. „Es ist wichtig, weiterhin für diese wichtigen Tätigkeiten zu werben, für eine Wertschätzung durch die Gemeinschaft zu sorgen und gute Rahmenbedingungen fürs Ehrenamt zu schaffen.“

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