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Broschüre „Über Alkohol reden“ soll Eltern und Pädagogen sensibilisieren

September 30, 2009 · redaktion · Kein Kommentar

Weiterer Beitrag der Landeshauptstadt zur Suchtprävention

Stuttgart. Alkohol ist bei Kindern und Jugendlichen das am häufigste konsumierte Suchtmittel. Nach der Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2009 haben drei Viertel der 12- bis 17-Jährigen schon einmal Alkohol getrunken. Die Konsumgewohnheiten der Jugendlichen haben sich dabei in den letzten Jahren stark verändert. Dies ist auch in Stuttgart spürbar. Im Olgahospital werden Jahr für Jahr mehr Kinder mit Alkoholvergiftung aufgenommen. 2008 wurden über 118 Fälle gezählt.
„Wie soll man mit Kindern umgehen, die erste Erfahrungen mit Alkohol machen oder deren Konsum bereits alltäglich geworden ist?“ oder „Wie kann man Jugendliche unterstützen, einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu entwickeln?“ – solche Fragen stellen sich Eltern und Pädagogen in diesem Zusammenhang.

Hilfe bei der Beantwortung bietet nun eine neue Broschüre der Landeshauptstadt Stuttgart. Die Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit, Gabriele Müller-Trimbusch: „‚Über Alkohol reden‘ ist eine informative Handreichung, die zusammenfasst, was Eltern und Pädagogen wissen sollten.“ Und weiter: „Jugendliche wollen oft durch Alkoholkonsum andere beeindrucken, grenzüberschreitende Erfahrungen machen, bewusst einen Kontrollverlust herbeiführen oder schwierigen Lebenssituationen entfliehen. Eltern und Pädagogen müssen lernen, damit umzugehen.“ Gut informierte Eltern könnten viel dazu beitragen, dass ihre Kinder nicht in die Abhängigkeit abrutschten. „Es geht darum, genau hinzusehen, nicht zu verharmlosen, aber auch nicht zu übertreiben“, sagte die Bürgermeisterin.

Neben Aufklärung über die Folgen des Alkoholkonsums umfasst die 24 Seiten starke Broschüre altersbezogene Hinweise und Adressen zur Fachberatung. Elisabeth Dongus, städtische Beauftragte für Suchtprophylaxe: „In Stuttgart finden sich zahlreiche Anlauf- oder Beratungsstellen. Dennoch sind Eltern erste Ansprechpartner. Wir möchten, dass sie ein Gespür entwickeln, wie sie mit dem Alkoholkonsum ihrer Kinder umgehen können.“

Die Broschüre „Über Alkohol reden“ basiert auf einer Vorlage des Forums Prävention in Bozen. Sie liegt beispielsweise im Rathaus, verschiedenen Bezirksrathäusern, Institutionen oder Schulen aus und kann beim Gesundheitsamt (elisabeth.dongus@stuttgart.de) bestellt oder digital unter www.stuttgart.de/publikationen (Stichwort: Suchtprävention) heruntergeladen werden.
Maßnahmen im Bereich „Jugend und Alkohol“ in Stuttgart
Der Bürgermeister für Recht, Sicherheit und Ordnung, Dr. Martin Schairer, begrüßte die neue Broschüre: „Trinken hat heute zusehends Eventcharakter. Die Stadt betrachtet dies mit großer Sorge.“ Jugendschutz sei für ihn eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Wir begegnen der geschilderten Entwicklung mit einem Maßnahmenbündel, an dem Behörden und Institutionen gleichermaßen beteiligt sind“, sagte Dr. Schairer.

Zum einen gehen Jugendamt, Polizei und Ordnungsamt in Stuttgart seit längerem verstärkt gegen kollektiven und exzessiven Alkoholmissbrauch vor. Zum anderen kommen Stadtverwaltung, Polizei und Suchtberatungseinrichtungen der Freien Träger im Arbeitskreis Suchtprävention zusammen. Dr. Schairer: „Die Beteiligten legen ihr Augenmerk auf die Prävention wie auch auf ordnungsrechtliche und polizeiliche Maßnahmen, vor allem, wenn die öffentliche Sicherheit und Ordnung beeinträchtigt wird.“

Das Positionspapier „Jugend und Alkohol“ des Arbeitskreises wurde 2007 vom Gemeinderat verabschiedet. Hierin werden konkrete Projekte der Hilfe und Prävention aufgeführt und Handlungsempfehlungen formuliert.

Dazu gehören zum Beispiel:

Kater
Frühintervention für Jugendliche, die im Zusammenhang mit ihrem Alkoholkonsum strafauffällig wurden. Dies ist ein Projekt der ambulanten Beratungsstelle des Klinikums Stuttgart und Release u21 in Kooperation mit der Jugendgerichtshilfe.
Beratungsangebot für Jugendliche und Eltern im Olgahospital
Seit Oktober 2006 bietet die Suchtberatungsstelle des Klinikums in Kooperation mit Release und Lagaya e. V. einen Beratungsdienst für Jugendliche und ihre Eltern an, die wegen einer Alkoholintoxikation im Olgahospital aufgenommen wurden. Im Jahr 2008 wurden damit 98 der 118 aufgenommen Jugendlichen erreicht. Das Projekt wird von der Landesstiftung Baden-Württemberg gefördert.
Geschlechtsspezifische Angebote
Lagaya e. V. bietet mit dem Projekt „Mädchen. SUCHT. Auswege.“ ein spezifisches Angebot für Mädchen und junge Frauen bis 21 Jahre mit problematischem Alkoholkonsum.
Maßnahmen bei Volksfesten in Stuttgart
Zur Wahrung des Kinder- und Jugendschutzes auf den Stuttgarter Volksfesten ist das Jugendamt dort mit einer telefonischen Rufbereitschaft und mit sozialpädagogischen Fachkräften präsent. Die Einhaltung des Kinder- und Jugendschutzes wird auch in den Zelten überprüft. Jugendliche, die von der Polizei und dem Roten Kreuz wegen Alkoholmissbrauchs oder Straftaten übergeben werden, erhalten in den Räumlichkeiten des Jugendamtes auf dem Festgelände eine Versorgung.
Verbot von „Flatratepartys“/Jugendschutzkontrollen
Vermehrte Kontrollen der Polizei und der Ordnungsbehörden auf Straßen und Plätzen sowie das seit Juli 2007 bestehende Verbot von „Flatratepartys“.
Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln
Seit 1. Januar 2009 besteht ein Alkoholtrinkverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln, das den Zulauf von alkoholisierten jungen Menschen in die Innenstadt einschränken soll.
Höhere Bußgelder bei Ausschank von Alkohol an Jugendliche
Die Landeshauptstadt ahndet im Rahmen des neuen Bußgeldkatalogs des Landes Verstöße gegen jugendschutzrechtliche Vorschriften mit erhöhten Bußgeldern. Gewerbetreibende, über die Kindern oder Jugendlichen an branntweinhaltigen Alkohol kommen, müssen mit einem Bußgeld von bis zu 4.000 Euro rechnen.

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