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Jubiläumsband des Stadtarchivs über den Stuttgarter „Radikalen“, Historiker, Theologen und Literaten Wilhelm Zimmermann

Dezember 4, 2008 · redaktion · Kein Kommentar

Vor rund 200 Jahren, am 2. Januar 1807, wurde Wilhelm Zimmermann in Stuttgart geboren. Berühmt geworden als Verfasser der „Geschichte des großen Bauernkriegs“ (1841-1843) gehört Zimmermann auch zu den herausragenden Gestalten der württembergischen Demokratiegeschichte. Der Nationalversammlung in der Paulskirche gehörte er bis zur Auflösung des Stuttgarter „Rumpfparlaments“ als Mitglied der linken Fraktion „Donnersberg“ an. Sein politisches Engagement kostete ihn 1851 sein Lehramt am Stuttgarter Polytechnikum, dem Vorläufer der heutigen Universität, dessen bedeutendster Historiker er im 19. Jahrhundert war.
Die Publikation dokumentiert eine Tagung der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, des Stadtarchivs Stuttgart und des Vereins der Freunde des Historischen Instituts der Universität Stuttgart im März 2007. Ein hochkarätiges Autorenteam hat erstmals in umfassender Weise Biographie und Bedeutung Zimmermanns untersucht.


Der Stuttgarter Emeritus Norbert Conrads leitet den Band mit einem profunden biographischen Überblick ein. Der profilierteste Historiker des Bauernkriegs, Peter Blickle, analysiert die Bedeutung dieses Werks als Pionierleistung – trotz der heute überholten Interpretation basiert Zimmermanns berühmtes Werk auf dem Ansatz, theoriegeleitete Forschung zu betreiben. Günter Voglers Beitrag über das Müntzer-Bild bei Zimmermann und dessen Rezeption führt über Friedrich Engels unter anderem zu Wilhelm Blos, dem württembergischen Staatspräsidenten nach der Revolution 1918, der schon Ende des 19. Jahrhunderts eine vielfach aufgelegte Volksausgabe verfasst hat.

Mit dem Parlamentarier Zimmermann befasst sich Eike Wolgast, der erstmals die Reden des Abgeordneten analysiert und dabei manches hergebrachte Bild korrigiert hat. Die Konsequenzen des politischen Engagements für den Hochschullehrer Zimmermann thematisiert der Stuttgarter Landeshistoriker Franz Quarthal im Vergleich mit Fällen an der Landesuniversität Tübingen.

Schließlich erforscht der Konstanzer Literaturwissenschaftler Ulrich Gaier die bisher kaum erforschte Bedeutung Zimmermanns als Lyriker, Erzähler und Dramatiker und erkennt ihm einen eigenständigen Rang zu. Einen grundlegenden Beitrag über „Zimmermann als Theologen“ samt seiner Pfarr-Stationen steuert Hermann Ehmer, der langjährige Direktor des Landeskirchlichen Archivs, bei. Eine Vorstellung der Zimmermann-Gedenkstätte in Dettingen/Erms durch ihren Gründer Günter Randecker rundet den Band ab. Der Tagungsband vermittelt also ein umfassendes Bild Zimmermanns und bietet zugleich ein Panorama der württembergischen Geschichte des 19. Jahrhunderts.

Bauernkrieg und Revolution. Wilhelm Zimmermann – Ein Radikaler aus Stuttgart Herausgegeben von Roland Müller und Anton Schindling. Mit Beiträgen von Peter Blickle, Norbert Conrads, Hermann Ehmer, Ulrich Gaier, Franz Quarthal, Günter Randecker, Günter Vogler und Eike Wolgast sowie einem Grußwort von Susanne Eisenmann. Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart, Band 100 Stuttgart 2008 (Hohenheim-Verlag), ISBN 978-3-89850-981-7. 217 Seiten, 17 Abbildungen, 19,80 Euro.

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