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25 Jahre Französische Filmtage ! – Tübingen

Oktober 16, 2008 · filmtage · Kein Kommentar

Die FRANZÖSISCHEN FILMTAGE feiern sich und das junge, noch zu entdeckende frankophone Autorenkino vom 11. bis 19. November 2008. 1984 von enthusiastischen Liebhabern der französischen Kinokunst und der Lebensart jenseits des Rheins als kleine Filmreihe mit kulturellen Beigaben gegründet, entwickelten sich die FRANZÖSISCHEN FILMTAGE Tübingen-Stuttgart in den 1990ern zum größten Schaufenster des frankophonen Films im deutschsprachigen Raum. Seit vier Jahren, mit Andrea Wenzek als Leiterin, richtet sich das Augenmerk des Festivals verstärkt auf das brandaktuelle Nachwuchskino aus der Schweiz, Belgien, Frankreich, Kanada und dem französischsprachigen Kanada. Herausragende Nachwuchsfilmer stellen sich in Tübingen und Stuttgart einem attraktiven Wettbewerb mit zahlreichen Auszeichnungen, der das Festival als Plattform für das junge, kurz vor dem Durchbruch stehende Kino der Frankophonie etabliert hat.

Mit mehr als 90 Produktionen aller Genres zeigen die FRANZÖSISCHEN FILMTAGE die ganze Bandbreite des aktuellen frankophonen Kinos:

  • den aufwühlenden Cannes-Preisträger „Entre les murs“ („Die Klasse“) von Laurent Cantet, Oscar-Anwärter-Film über einen jungen, um Integration bemühten Vorstadtlehrer
  • französische Publikumsrenner wie „Faubourg 36 “ („Paris, Paris“) von Christophe Barratier (der mit „Die Kinder des Monsieur Matthieu“ international Furore machte)
  • Werke französischer Altmeister („Un secret“ von Claude Miller, „Deux jours à tuer“ von Jean Becker und „Les plages d’Agnès“ von Agnès Varda)
  • eindringliche Studien mit souveränen, großen Schauspielerinnen (Catherine Deneuve in „Je veux voir“ von Joanna Hadjithomas und Khalil Joreige, der die Auswirkungen des Krieges im Libanon thematisiert; Isabelle Huppert in „Home“ von Ursula Meier, der im Wettbewerb startet und Sylvie Testud in „Sagan“, einem bewegenden Porträt der Schriftstellerin Françoise Sagan
  • engagierte, politische und gesellschaftliche Grenzbereiche auslotende Filme („Dernier Maquis“ von Rabah Ameur-Zaïmeche als Anstiftung zur Rebellion und „Louise Michel“ von Benoît Delépine und Gustave Kervern über die grotesken Auswüchse des Kapitalismus).

Internationale Gäste und zahlreiche Rahmenveranstaltungen runden das Filmprogramm ab und bieten dem Publikum zur Vierteljahrhundert-Ausgabe ein pralles und zukunftsträchtiges Jubelprogramm.

Ehrenpreis der Stadt Tübingen an die Grande Dame des französischen Films: Agnès Varda

Anlässlich des 25. Jubiläums der Französischen Filmtage vergibt die Stadt Tübingen ihren Ehrenpreis an die große französische Filmschaffende Agnès Varda, seit 50 Jahren eine der führenden Regisseurinnen Frankreichs und Schlüsselfigur des modernen Films. Ihr neuester Film „Les plages d’Agnès“ ist eine filmische Begegnung mit sich selbst.

Wettbewerb

Skurril, hintergründig und grenzüberschreitend: die neun Wettbewerbsfilme aus Belgien, Frankreich, der Schweiz, Algerien und Marokko versprechen einen spannenden Jahrgang.

Sie treten ins Rennen um fünf Preise im Internationalen Wettbewerb der FRANZÖSISCHEN FILMTAGE.

Neu in diesem Jahr: Erstmalig vergibt eine internationale Jury im internationalen Wettbewerb mit Nachwuchsfilmen aus der gesamten Frankophonie den „Filmtage-Tübingen Preis“, dotiert mit 5000 Euro, die vom Tübinger Mäzen Volker Lamm, Betreiber der Vereinigten Lichtspiele, gestiftet werden. Zum dritten Mal vergeben junge französische und deutsche Juroren des Deutsch-Französischen Jugendwerks und TV5MONDE den mit 5.000 € dotierten „Deutsch-Französischen Preis“. Der Preis unterstützt die deutsche Kinoauswertung des Preisträgers in Deutschland. Der Tübinger Publikumspreis für die beste Regiearbeit ist mit 2.500 Euro dotiert – ebenfalls gestiftet vom Tübinger Kino-Doyen Volker Lamm. Die Landeshauptstadt Stuttgart stattet dieses Jahr den „3. Stuttgarter Publikumspreis“ mit 2.500 Euro aus. Der Verband der Deutschen Filmkritik vergibt den Kritiker-Preis an den innovativsten Nachwuchsfilm.

Im Französischen Wettbewerb konkurrieren zum zehnten Mal aktuelle Filme aus dem Nachbarland um den Verleihförderpreis in Höhe von 20 000 € (gestiftet von Unifrance und der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg). Der Gewinnerfilm kommt dann ins deutsche Kino! Mit dem Preis der Schülerjury stimmen Tübinger Schüler von 16 bis 19 Jahren über den besten Jugendfilm ab.

Zum zweiten Mal findet bei den FRANZÖSISCHEN FILMTAGEN ein Kurzfilmwettbewerb statt – ganz im Sinne der Nachwuchsförderung wird der beste aktuelle frankophone Kurzfilm ermittelt.

 

Hommage: Alain Raoust

Die Hommage der 25. Französischen Filmtage gilt einem in Deutschland noch unbekannten Filmemacher: Alain Raoust, 1966 in Nizza geboren, startete seine Laufbahn als Regieassistent des Filmemachers Jean-Pierre Thorn (“Je t’ai dans la peau”) und studierte an der Pariser Université. Nach einigen prämierten Kurzfilmen drehte er 2002 seinen ersten Langfilm “La cage”, der in Locarno mehrere Preise abräumte. 2008 vollendete er seinen aktuellen Spielfilm “L’été indien”. Die FRANZÖSISCHEN FILMTAGE zeigen sein gesamtes filmisches Werk.

Sektion Afrika: Länderschwerpunkt Kongo

Vorreiter des afrikanischen Kinos in Deutschland: Bereits seit 23 Jahren eröffnet der Arbeitskreis “Afrikanisches Kino” in der Sektion „Afrika“ bei den FRANZÖSISCHEN FILMTAGEN mit aktuellen Filmen und Programmen zu Schwerpunktthemen immer wieder absolutes cineastisches Neuland.

Dieses Jahr geht es um das Filmschaffen der Demokratischen Republik Kongo, um die schwer nachvollziehbaren politischen und sozialen Auseinandersetzungen dort.

Zur Frage „Gibt es eine Zukunft für den krisengeschüttelten Kongo?“ veranstalten die FRANZÖSISCHEN FILMTAGE eine Podiumsdiskussion mit dem Afrika-Korrespondenten der „taz“, Dominic Johnson und zwei Filmemachern aus dem Kongo, darunter die Regisseurin Monique Phoba, die zwei ihrer Filme zeigt.

Weitere Highlights:

  • Erster deutsch-französischer CinéSlam, bei dem deutsche und französische Kurzfilmschaffende wie bei einem Poetry-Battle gegeneinander antreten und das Publikum entscheidet.
  • Frisch restaurierte Filme aus der Cinémathèque québécoise: Perlen des kanadischen Kinos aus den 1960er und -80ern, die der Leiter der Cinémathèque Pierre Jutras in Tübingen präsentieren wird.
  • Tübinger Filmgespräche: In Zusammenarbeit mit der größten Filmzeitschrift Europas, den „Cahiers du Cinéma“.
  • Dokumentarfilme und Filmessays zum Thema „Fluchträume, Fluchtwege“ in Zusammenarbeit mit dem Partnerfestival FID-Marseille.
  • Das fast in Vergessenheit geratene Meisterwerk „Visages d’enfants“ von Jacques Feyder (1923/25), ein früher Vertreter des französischen poetischen Realismus, wird mit Klavierbegleitung wieder aufgeführt.

Die FRANZÖSISCHEN FILMTAGE werden vom Staatsministerium Baden-Württemberg, von der Stadt Tübingen und Stuttgart, der LFK Stuttgart, dem BKM in Berlin, der Medien- und Filmgesellschaft Baden Württemberg, dem Deutsch-Französischen Jugendwerk und der Französischen Botschaft gefördert. Medienpartner sind TV5MONDE, Arte, das „Festival-TV“ der Medienabteilung der Universität Tübingen sowie das Schwäbische Tagblatt.

Mehr Infos unter:

www.filmtage-tuebingen.de

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