Stuttgart | Stuttgart Aktiv | Stuttgart Ausgehen | Stuttgart Veranstaltungen | Stuttgart Einkaufen | Stuttgart Eintrittskarten

Stuttgart und Region aktiv erleben und genießen

Stuttgart | Stuttgart Aktiv | Stuttgart Ausgehen | Stuttgart Veranstaltungen | Stuttgart Einkaufen | Stuttgart Eintrittskarten header image 2

Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz fordert gleiche Bildungschancen für Jungen und Mädchen

September 5, 2008 · redaktion · Kein Kommentar

Geschlechtersensible Erziehung, Bildung und Ausbildung: Top-Thema der Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister – GFMK –

Stuttgart. „Schon im Kindergarten wird der Grundstein für Chancengleichheit von Jungen und Mädchen gelegt“, stellte Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz fest. „Kinder müssen als Jungen und Mädchen wahrgenommen werden und lernen, dass es um die Gleichwertigkeit von Tun, Verhalten, Talenten und Interessen von Jungen und Mädchen geht. Es gibt kein ‚Besser‘ oder ‚Schlechter‘ nur weil es vorwiegend Jungen beziehungsweise Mädchen tun. Eine geschlechtersensible Sichtweise muss verstärkt in Erziehungs- und Bildungsprozesse einbezogen werden“, sagte Ministerin Stolz, die Vorsitzende der diesjährigen Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, die im Oktober stattfinden wird. „Wenn Jungen von kleinauf lernen, dass das was Frauen tun zweitranig ist, werden sie auch in der Schule Lehrerinnen nicht anerkennen und das mit fatalen Folgen.“ Die Ministerin bezog sich bei ihrem Fazit auf den aktuellen Bildungsbericht 2008, der erneut gezeigt hat, dass im Bildungs- und Ausbildungsbereich deutliche geschlechterspezifische Ungleichheiten bestehen.

Stolz begrüßte, dass alle Minister genderspezifische Aspekte in der Bildung als wichtiges Leitthema der Konferenz ansehen. „Wenn wir länderübergreifend an einem Strang ziehen, können vorhandene Probleme besser angegangen und Lösungsansätze gemeinsam in die Tat umgesetzt werden“, so die Ministerin. Die „Qualifizierungsinitiative für Deutschland“, die von der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidentenkonferenz am 22. Oktober 2008 auf dem Bildungsgipfel vorgestellt werden soll, bietet diverse Anknüpfungspunkte, die für die gleichstellungspolitischen Empfehlungen der GFMK für deren anschließende konkrete Ausformung der Vorhaben genutzt werden sollen. Zur Erreichung der angestrebten Ziele ‚gleicher Bildungschancen für Jungen und Mädchen und die individuelle Förderung von Talenten‘ fordert Ministerin Stolz als Vorsitzende der GFMK deshalb, dass das Anliegen einer stärkeren Verknüpfung des genderspezifischen Ansatzes mit der Bildungspolitik bei der Ministerpräsidentenkonferenz aufgenommen wird. „Bildung und Chancengleichheit sind untrennbar miteinander verbunden und nach diesem Prinzip müssen wir jetzt handeln“, so Stolz.

Von der Grundschule bis zum Hochschulstudium erweisen sich Mädchen beziehungsweise Frauen als das erfolgreichere Geschlecht. Mädchen werden im Durchschnitt früher eingeschult, haben bessere Leistungen in der Schlüsselkompetenz Lesen, wiederholen seltener eine Klasse und bleiben seltener ohne Schulabschluss. Parallel zu den steigenden Bildungserfolgen von Mädchen zeigt der Bildungsbericht, dass Jungen und junge Männer ein stärkeres Risiko haben, im Bildungssystem zu scheitern. Das gelte besonders häufig für jene aus bildungsfernen Familien beziehungsweise aus Familien mit Migrationshintergrund. Männliche Jugendliche mit Migrationshintergrund weisen die niedrigsten Schulabschlüsse auf: Mehr als 20 Prozent verlassen die Schule in Deutschland ohne Abschluss, 42,6 Prozent erreichen einen Hauptschulabschluss und nur 8,5 Prozent beenden ihre Schullaufbahn mit der allgemeinen Hochschulreife. Stolz zeigte sich überzeugt, dass ein „Mehr“ an Chancengerechtigkeit erreicht werden könne, wenn ein geschlechtersensibler Ansatz als durchgängiges Prinzip in der erzieherischen Bildung und Ausbildung angewandt werde.

Bisher finden geschlechtsspezifische Prägungen oft sehr lange einseitig statt. So sind in Kindergärten und Kindertagesstätten 97 Prozent der Betreuer Frauen, in der Grundschule sind es noch 86,3 Prozent. Diese Statistik zeigt, dass Jungen in den ersten zehn Lebensjahren die erfolgreichen männlichen Bezugspersonen zur Orientierung fehlen. Sie ergreifen deshalb auch seltener selbst den Beruf des Erziehers oder des Grund-und Hauptschullehrers, da sie diese Tätigkeiten als typisch weiblich wahrnehmen. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich die gesellschaftlichen Anforderungen an Jungen geändert haben, was neue Rollenbilder auch in der Bildung notwendig macht. „Die fehlenden männlichen Vorbilder, sind auch eine Erklärung für ein schlechteres schulisches Abschneiden von Jungen bis hin zur Bildungsverweigerung besonders von Jungen bildungsferner Familien“, verdeutlichte Stolz. „Es muss uns daran gelegen sein, mehr männliche Lehrer zu gewinnen, ohne Frauen aus diesen Berufsfeldern zu verdrängen“, so Stolz. Weiter betonte die Ministerin: „Unser Ziel ist es Chancengleichheit und individuelle Förderung von Talenten bei Jungen und Mädchen zu erreichen.“ Dies sei nur zu machen, wenn genderspezifische Ansätze in der Erziehung und Bildung der Kinder verankert seien.

Konkret bedeutet dies, dass bereits in der frühkindlichen Bildung die verschiedenen Lebenswirklichkeiten von Jungen und Mädchen wahrgenommen und berücksichtigt werden und sich bis in die Berufsbildung fortsetzt. „Dazu muss das gesamte pädagogische Personal des Landes geschlechtersensible Pädagogik im Köcher haben“, erklärte die Ministerin. „Anstatt Kindern ‚geschlechtsneutral‘ zu begegnen, sollten Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher den Kindern und Schülern von klein auf helfen sich in ihrer Identität als Jungen oder Mädchen zurecht zu finden. Nur so können traditionelle Rollenverteilungen aufgebrochen werden, beziehungsweise sich gar nicht erst festsetzen“, so Stolz über die Ziele des neuen pädagogischen Ansatzes.

Die Förderung einer geschlechtersensiblen Pädagogik soll unter anderem durch eine noch stärkere Aus- und Fortbildung des pädagogischen Personals und durch eine bessere Aufteilung von Frauen und Männern in erzieherischen und pädagogischen Berufen erzielt werden. Einen weiteren Schwerpunkt sieht die Ministerin außerdem im Ausbau von Bildungsmaßnahmen zur Erweiterung des Berufswahlspektrums von Mädchen, insbesondere auf naturwissenschaftlich-technische Berufe und von Jungen auf erzieherisch-pädagogische Berufe. Dieser Ansatz wurde bereits mit der erfolgreichen Organisation der Girls`Days und Boys`Days verfolgt.

Bildungsbericht Download

[Slashdot] [Digg] [Reddit] [del.icio.us] [Facebook] [Technorati] [Google] [StumbleUpon]

Fatal error: Call to undefined function c2c_get_custom() in /homepages/7/d214396382/htdocs/stuttgart/wp-content/themes/cutline-3-column-split-11/single.php on line 20