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The Irish Folk Festival 2008 – 26.10.2008 – Theaterhaus Stuttgart – Stuttgart Veranstaltungen

August 15, 2008 · musikfreund · Kein Kommentar

Wer an Irland denkt, dem fallen zuerst zwei Phänomene ein: Wetter und Musik. Und sie haben sogar einiges gemeinsam. Wie das Wetter kommt und geht, ist auch Musik einem stetigen Wandel unterworfen. Mal bläst ihr der Wind kräftig ins Gesicht, mal kann sie sich im Erfolg sonnen. Wie sich Wolken am Himmel zu bizarren Gebilden formen, finden sich auch Künstler immer wieder zu neuen Gruppierungen zusammen. Neue Sounds entstehen und vergehen. Manchmal treffen sogar Regen und Sonnenschein gleichzeitig aufeinander. Für einen kurzen Augenblick entfaltet sich ein magischer Augenblick, der die Landschaft mit strahlendem Licht erfüllt. Das (abgekürzt IFF) weiß genau, wo im Land der Regenbogen die Wahrscheinlichkeit am größten ist, dieses zumindest in der musikalischen Form anzutreffen. Also auf zur „Rainbow Expedition“, um drei Stunden lang schillernde Musik aller Couleur zu genießen! Die „Rainbow Expedition“ Tour ist auch eine Entdeckungsreise in das Irland von morgen. Erstaunlicherweise setzt mal wieder ein alter Musikstil zu neuen Höhenflügen an. Um einen Heißluftballon abheben zu lassen, muss man ihm zunächst kräftig einheizen. Das macht man am besten, indem man genau die heißen Künstler und Gruppen an Bord nimmt, die aktuell für die Erneuerung des Irish Folk stehen. Sie werden uns in luftige Höhen entführen und uns die Grüne Insel aus einer neuen Perspektive erleben lassen.

GRIOGAIR
Passionate Gaelic singer/songwriter

Seine Stimme geht einem auf Anhieb unter die Haut. Es ist eine Stimme, die man an Authentizität kaum überbieten kann. Sie ist weich, lyrisch und trotzdem packt sie das Herz des Zuhörers wie ein kräftiger und ehrlicher Händedruck. Obwohl erst Mitte zwanzig, spricht aus dieser Stimme und der Auswahl der Lieder eine Reife, die man nur erreichen kann, wenn man von Klein auf die Tradition in vollen Zügen genießen konnte. Griogairs Familie stammt vom Loch Lomond in der Grafschaft Argyll, eine der letzten Bastionen des schottischen Gälisch. Griogair singt ausschließlich auf Gälisch und jedes Lied, Wort, sogar jede Silbe ist erfüllt von der großen Liebe zu seiner Muttersprache. Seine Begeisterung für das Gälisch brachte ihn bis auf die Hebriden und auch nach Irland, wo er weitere Lieder seinem Repertoire hinzufügte, die er auf eine authentische Art und Weise von Mund zu Mund, Ohr zu Ohr lernte. Griogair (ausgesprochen Gregr) ist ein Poet, der seine Gedanken und Gefühle in eigenen Liedern festhält. Er wurde bei dem „Seo Seinn“ Wettbewerb für das beste neue gälische Lied ausgezeichnet. Einen zentralen Satz in seinem Schaffen lassen wir unübersetzt hier für sich sprechen: „I’m an ethnic minority in the land of my birth“. Griogair hat sich nicht nur in Schottland sondern immer mehr auch in Irland in die Herzen der Menschen gesungen. Er hat das gewisse Extra, was ihn zu einer der großen neuen Stimmen und Persönlichkeiten auf dem „Celtic Circuit“ prädestiniert.

LÍADAN
Ladies with a mission

Die sechs jungen Damen haben sich zur Aufgabe gemacht, irische Lieder und Tänze möglichst authentisch erklingen zu lassen. Sie haben zu Recht erkannt, dass angesichts vieler Innovatoren auch noch jemand übrig bleiben sollte, der die Tradition möglichst pur interpretiert. Líadan haben also keine Gitarren, Bouzoukis und Mandolinen als Begleitinstrumente. Die gute alte Harfe muss es richten und sie tut es auch, denn die Harfenistin zupft und schlägt das irische Nationalsymbol impulsiv und abwechslungsreich. Zudem ist erstaunlich, wie effektiv Accordion und Fiddle rhythmische Aufgaben übernehmen können, wenn man sie nur lässt. Mit Flute, Tin Whistle, Accordion und zwei Fiddles schöpft das Sextett vor allem Melodie mäßig aus dem Vollen. Entsprechend abwechslungsreich gestalten sich die Jigs & Reels, weil immer wieder Instrumente ein- und aussteigen, neue Klangfarben entstehen, vergehen oder sich überlagern. Und wenn sich zum Schluss alle Instrumente in einem Unisono vereinigen, klingen die Tunes von Líadan fast schon orchestral. Das eigentliche Markenzeichen von Liadan aber ist der Gesang. Da alle Ladies sehr gut bei Stimme sind, wird der Zuhörer nicht nur mit verschiedenen Herangehensweisen verwöhnt, wie man/frau ein Lied individuell interpretiert, sondern vor allem mit einer fast choralen Mehrstimmigkeit. Wie sich diese sechs Stimmen verzahnen, verweben oder sogar reiben, das ist Gänsehaut-Atmosphäre. Endlich mal wieder eine Band, die Lieder den Instrumentals ebenbürtig Seite an Seite stellt und die mehrstimmigen Arrangements mit Liebe zum Detail ausfeilt.

2005 hat die Gruppe zum ersten Mal auf sich aufmerksam gemacht, als sie beim Festival Interceltique im bretonische Lorient den Bandwettbewerb gewann. Dann folgte beim Pan Celtic Festival im irischen Tralee die Ehrung als „best trad singing group“. Kurz darauf haben die legendären Chieftains ein Auge auf die attraktiven jungen Damen geworfen. Um die Karriere von Líadan zu fördern, nahmen die großen alten Männer des Irish Folk Líadan 2007 mit auf USA und Japan Tournee.

NIAMH NÍ CHARRA & ALAN COLFER
Instrumental high flyers

Wer sein Instrument virtuos beherrscht, kann mit Leichtigkeit und Frische aufspielen. Seine Musik wirkt schwerelos und kann in ungeahnte Höhen abheben. Es ist das Privileg der jungen Generation auszutesten, in welche Höhen man eine bodenständige Tradition befördern kann. Wer von klein auf in einer Tradition verwurzelt ist, wird trotz aller Virtuosität und den daraus resultierenden Möglichkeiten nicht die Bodenhaftung verlieren. Er wird nach einigen wilden Kurven und Loopings wieder sicher am Boden der Tatsachen ankommen. Niamh und Alan arrangieren ihre Musik wie Kunstflieger, die kühn ihre Figuren am Himmel drehen. Ihr Publikum unterhalten sie nicht nur mit Tempo, sondern auch mit Eleganz. Warum nicht mal ein Stück kurz auf den Kopf stellen und im Rückenflug neue Perspektiven gewinnen? Ja, die zwei sind in der Tat musikalische Himmelsstürmer oder wie es auf gut Englisch heißt – „instrumental high flyers“.

Die in Kerry geborene Niamh Ní Charra ist seit ihrem vierten Lebensjahr mit irischer Musik infiltriert. Dank großer Lehrer wie Noel Hill entfaltete sie schon früh ihr großes Potential und das auf zwei Instrumenten gleichzeitig: Fiddle und Concertina. Sie beschritt die in Irland übliche Karriere der Wettbewerbe bei den Fleadh Ceoils und erspielte sich einige All Ireland Champion Titel. Das Ergebnis einer jahrelangen Vorbereitung ist die CD „From both sides“. Es ist sowohl die Reflektion der authentischen Kerry Musik als auch der schillernden Welt des internationalen Folk Jet Sets. Im englischen Musikmagazin Mojo wurde es als einzige irische CD in die Top Ten der besten Folk Alben des letzten Jahres gewählt und die Tageszeitung Irish World ehrte Niamh 2008 mit dem Award „best trad music act“. Da wurde auch der König des spanischen Dudelsacks, Carlos Núnez hellhörig und integrierte die attraktive Musikerin in seine Band.

Da Niamh’s Musik so vielseitig ist, braucht sie auch einen entsprechend vielseitigen Gitarristen. Alan Colfer verfügt über ein reichhaltiges musikalisches Vokabular und Technik, um Balkanmusik, Klassik und alle Arten von Folk jeweils stilecht zu begleiten. Er ist Dozent für Gitarre an der Irish World Academy in Limerick.

BEOGA
New Folk Wizards

Viele haben es versucht, aber nur wenige Irish Folk Bands haben es geschafft: nämlich einen völlig eigenständigen Sound zu schaffen. Beoga gehören zu diesen wenigen Ausnahmen. Das Quintett verzaubert mit seiner erfrischend modernen Art von Irish Folk und das Prädikat „New Folk Wizzards“ ist nicht zu hoch gegriffen. Sie haben allerhand Tricks, Kniffe und überraschende Ideen drauf, wie man irische Roots mit Anleihen aus anderen Weltmusikstilen mischen, ja sogar mit Klassik oder Jazz verbinden kann. Irish Folk à la Beoga ist einfach „Worldmusic made in Ireland“. Es wurde auch Zeit, dass irische Musik auf die wachsende Anbindung an den Rest der Welt musikalisch reagiert. Irland ist heute keine abgeschiedene Insel im Atlantik mehr, die ihre Faszination aus ihrer kulturellen Isolation bezieht. Genau das war in den Gründerjahren des IFF Trumpf. Heute muss die irische Kultur auf die zunehmende Vernetzung mit dem Rest der Welt reagieren, um nicht auf der Stelle stehen zu bleiben. Beoga haben sich an die Spitze dieser neuen Bewegung gesetzt und mit ihrem Sound einen Schlüssel gefunden, der viele verschlossene Türen weltweit geöffnet hat.

Die Band hat bereits 2005 als Newcomer beim IFF begeistert. So schwärmte damals das Feuilleton der FAZ: „Das junge Quintett Beoga fetzt, ….die Jigs & Reels unwiderstehlich mit jazzigem Drang und Drive, wilden Synkopen und schrillen Dissonanzen herunter, um im nächsten Moment sinfonische Pastellstimmungen wie in den besten Momenten der Chieftains zu erzeugen.“ Drei Jahre später ist die Band nun zu einem echten Headliner gereift. Die beiden CDs der Gruppe „A lovely madness“ und „Mischief“ wurden von der internationalen Presse mit Lobeshymnen überhäuft und gehören aktuell zu den sich meist verkaufenden Irish Folk CDs weltweit. Bei den großen Festivals in den USA, England, Irland oder Skandinavien ist das Hauptbühnenprogramm ohne Beoga nicht mehr denkbar. Sie sind die Überflieger der Stunde und man muss sie nicht nur gehört, sondern auch gesehen haben. Diese Band wird die Geschicke des Irish Folk in diesem und nächsten Jahrzehnt maßgeblich mitbestimmen.

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