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Heiße Öfen aus dem Ländle – Retro Classics – Messe Stuttgart

März 1, 2008 · redaktion · Kein Kommentar

Schwäbische Tüftler: Der Allgemeine Motorradsport-Club präsentiert auf der Retro Classics 2008 eine Sonderschau mit dem Titel „Motorräder aus Baden-Württemberg“.

Die Retro Classics in , internationale Börse für , Motorräder, Ersatzteile und Restaurierung, öffnet von Donnerstag, 13. März, 14.00 Uhr, bis Sonntag, 16. März 2008, zum achten Mal ihre Pforten – für Liebhaber und Sammler klassischer Fahrzeuge ein Pflichttermin. In diesem Jahr erwarten über 800 Aussteller ein interessiertes und fachkundiges Publikum, das die Faszination auf rund 75.000 Quadratmetern Hallenfläche hautnah erleben und im wahrsten Sinn des Wortes „erfahren“ will.

Einen besonderen Leckerbissen für alle Freunde historischer Motorräder bietet der Allgemeine Motorradsport-Club Leonberg e.V. (AMSC) mit einer Sonderausstellung in Halle 5: Bei „Motorräder aus Baden-Württemberg“ sind Klassiker und Raritäten aus über 100 Jahren motorisierter Zweiradgeschichte zu bestaunen.

Der AMSC wurde 1950 von Leonberger Motorradfahrern als Motorsport-Club gegründet, Zwei Jahre später nannte sich der Verein in AMSC (Automobil und Motorsport-Club) um. Seit 1987 steht das Kürzel für den Allgemeinen Motorradsport-Club Leonberg e.V. – mit stilechtem Vereinsheim im Start- und Zielturm der ehemaligen Solitude-Rennstrecke bei Leonberg. Hauptzweck des Vereins sind die gemeinsamen Wochenend- und Urlaubsausfahrten. Aber auch Geschicklichkeitsfahrten oder Schrauber- und Pannenkurse stehen auf dem Programm. Jedes Clubmitglied hat selbstverständlich freien Zugang zur vereinseigenen Werkstatt. Im Juni 2001 wurde ein Stammtisch für Oldtimerfreunde eingerichtet, der im Sommerhalbjahr ebenfalls regelmäßig Ausfahrten unternimmt.

Im Rahmen der Ausstellung „Motorräder aus Baden-Württemberg“ werden neben Fahrzeugen bekannter Firmen wie Kreidler, Maico oder NSU auch seltene Exemplare längst vergessener Hersteller gezeigt. So sind von den Motorrädern der Marke Klotz heute noch ganze sieben Stück erhalten, nur wenige davon fahrbereit.

Die altgedienten Feuerstühle erzählen regionale Unternehmergeschichten: Eugen Klotz, Inhaber der bereits 1862 gegründeten Stuttgarter Maschinenfabrik Klotz, baute nach Plänen von Wilhelm Gutbrod zwischen 1923 und 1926 etwa 150 Motorräder. Die Klotz verfügte über einen Zweitaktmotor, rund 250 Kubikzentimeter Hubraum und 3,5 Pferdestärken – bei einer Reichweite von etwa 100 Kilometern. Unter dem hohen Konkurrenzdruck auf dem erblühenden Motorradmarkt gab Klotz 1926 auf. Im selben Jahr eröffnete Gutbrod in der Reiterkaserne in Ludwigsburg seine Standard-Werke, aus welchen 1931 die A.G. für Motorfahrzeuge hervorging. Die Standard-Maschine wurde zu einem der erfolgreichsten Motorräder ihrer Zeit. In Deutschland und der Schweiz gut eingeführt, wurden mit dem beliebten Tourenfahrzeug zahlreiche Siege und Spitzenplatzierungen errungen.

Eine andere regionale Motorradgeschichte kommt aus Untertürkheim. Dort setzte der Konstrukteur Karl Scheyer 1922 sein erstes Fahrzeug im Eigenbau zusammen: Die nach ihrem „Geburtsort“ Untertürkheim benannte UT war eine Maschine mit 200 Kubikzentimeter, in dieser Klasse damals noch steuer- und führerscheinfrei. Den ersten Serien folgte ein zunächst 4,5, dann 5,5 PS starkes 250-Kubik-Motorrad. 1926 wurden die begrenzten Räumlichkeiten in Untertürkheim für den expandierenden Betrieb zu klein, so dass man die Fabrikation nach Vaihingen verlegte. In den Jahren 1926 bis 1930 fuhren Renn-Asse wie der aus Bietigheim stammende Otto Kohfink viele Siege für das Unternehmen ein.

Von 1934 an betrieben die neuen Besitzer Schwenk & Schnürle die Firma in Möhringen. 1939 wurde die Fabrikation ganz auf Rüstung umgestellt. Nach dem zweiten Weltkrieg nahm man die Motorradfertigung jedoch wieder auf und glänzte 1951 mit der ersten Hinterradfederung im Motorradbau. Auch die Teleskop-Vorderradgabel ist ein Patent aus Möhringen. Der wachsenden Beliebtheit des Automobils und der harten Konkurrenz aus Fernost konnte Schwenk & Schnürle jedoch nur noch wenige Jahre standhalten.

Ein ähnliches Schicksal ereilte – allerdings wesentlich später – auch die schwäbische Motorradfirma Maico, einst Synonym für hochwertige Zweitakt-Geländemotorräder Made in Germany. 1983 wurde das Familienunternehmen aufgelöst und die Marke verkauft. Auch NSU konnte in der Nachkriegszeit mit zeitgemäßen Mopeds und Motorrollern noch einige gewaltige Erfolge verzeichnen, bis das Unternehmen schließlich Ende der Sechziger an der Durchsetzung des Wankelmotors im Automobilbau („RO 80“) scheiterte. Motorräder der Marke Kreidler werden bis zum heutigen Tag gebaut.

Einst setzten schwäbische „Tüftler“ neue Maßstäbe im internationalen Motorradbau. Auf der Retro Classics darf man sich auf ein Wiedersehen mit den legendären Maschinen freuen.





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