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Statussymbole auf der Kühlerhaube – Retro Classics – Messe Stuttgart

Februar 26, 2008 · redaktion · Kein Kommentar

Statussymbole auf der Kühlerhaube

Edle Designstücke auf der Retro Classics 2008: Ausstellung von -Kühlerfiguren aus der Sammlung Volker Neumann und Siegmund Schaich.

Die Retro Classics in , internationale Börse für Oldtimer, Motorräder, Ersatzteile und Restaurierung, öffnet von Donnerstag, 13.März, 14.00 Uhr, bis Sonntag, 16. März 2008, zum achten Mal mit vielen Höhepunkten ihre Pforten. 75.000 Quadratmeter Hallenfläche und mehr als 800 Aussteller , erwarten ein interessiertes fachkundiges Publikum, das die Faszination Oldtimer hautnah erleben und im wahrsten Sinn des Wortes „erfahren“ will.

Die Retro Classics hat sich längst zum Pflichttermin für Liebhaber und Sammler klassischer Fahrzeuge entwickelt und wird mit attraktiven Sonderschauen und hochkarätigen Oldtimer-Treffen weiter an Profil gewinnen. Wie in den sieben Jahren zuvor gibt es auf der Retro Classics jede Menge motorisierter Raritäten und Besonderheiten zu bewundern. Die Besucher erwartet darüber hinaus ein umfangreiches Rahmenprogramm, das keine Wünsche offen lässt.

Einen besonderen Ausflug in die automobile Vergangenheit bietet eine Ausstellung mit Oldtimer-Kühlerfiguren aus der Sammlung Volker Neumann und Siegmund Schaich in Halle 1. Das Lebensgefühl vergangener Tage zeigt sich hier im Detail: Bronzene Indianer, römische Kämpfer, wütende Stiere und knapp geschürzte Nymphen zierten einst die oben auf der Motorhaube angebrachten Kühlerverschlüsse – eine Art moderner Wappen, die nicht zuletzt auch auf den sozialen Status der Fahrzeugbesitzer hindeuteten.

Die Geschichte der Kühlerfigur beginnt in den englischen Adelskreisen: 1899 ließ Lord Montagu of Beaulieve eine Darstellung von St. Christophorus – des Schutzpatrons der Reisenden – auf den Kühler seines Daimler-Motorwagens montieren. Mit dem Siegeszug des Automobils kamen bald die ersten industriell hergestellten Figuren auf den Markt. Um 1910 konnte der anspruchsvolle Wagenbesitzer bereits aus den Katalogen spezieller Zubehör- und Ersatzteilfirmen auswählen. Die fantasievollen Kleinskulpturen wurden dabei noch keiner Automarke zugeordnet, sondern waren Ausdruck von Individualität und Luxus. Berühmte Persönlichkeiten wie der französische Schauspieler und Chansonnier Maurice Chevalier ließen sich exklusive Einzelstücke anfertigen. Insbesondere in Frankreich erfreute sich die Kühlerfigur großer Beliebtheit.

Während der „Goldenen Zwanziger“, entstanden künstlerisch wertvolle Arbeiten nach Motiven aus Mythologie, Religion und Sport, aber auch erotische Darstellungen, die den frivol-ausgelassenen Lebensstil jener Epoche widerspiegelten. Auf internationalen Automobilausstellungen und in Fachzeitschriften wurden herausragende Stücke mit Preisen ausgezeichnet. Einige Automobilhersteller wie Mercedes-Benz, Jaguar oder Rolls-Royce erkannten die Wirkung der Kühlerfigur als Markenzeichen.

Als in den Dreißiger und Vierziger Jahren die Kühlerverschlüsse unter der Motorhaube verschwanden, endete auch die Ära der Kühlerfigur. Viele Stücke wurden zu Briefbeschwerern umfunktioniert oder als Andenken ins Regal verbannt. Ironie der Geschichte: Die mit einer kleinen Elektrik von unten angestrahlten gläsernen Figuren der französischen Firma Lalique werden heute noch als Briefbeschwerer hergestellt. Nach einer kurzen Renaissance in den Fünfziger Jahren, als amerikanische Straßenkreuzer mit technisch-abstrakten Formen protzten, geriet die Kühlerfigur in Vergessenheit. Das hohe Verletzungsrisiko bei Verkehrsunfällen führte schließlich zu einem Verbot individueller Kühlerfiguren.

Wer sich heute für die formschönen Zeitzeugen begeistert, den erwartet eine faszinierende Welt. Man kann dabei durchaus klein anfangen: „Das preisliche Spektrum reicht von ganz billig bis unbezahlbar“, sagt der Sammler Volker Neumann, der gemeinsam mit seinem Partner Siegmund Schaich in den vergangenen zwanzig Jahren unzählige Exponate zusammengetragen hat. Neumanns erste Figur war übrigens eine geflügelte Dame von Rolls Royce, ein Zufallserwerb, wie er heute sagt. Heute werden auf Flohmärkten, Börsen und im Internet wieder viele Stücke angeboten. Nicht immer handele es sich dabei um Originale, warnt Neumann. Andererseits gebe es auch unwissende Verkäufer, die ihre Sammlerobjekte für wertlosen Kitsch hielten und zu Niedrigpreisen verschleuderten.

In Deutschland hält sich die Sammelleidenschaft für Kühlerfiguren noch in eng gesteckten Grenzen, verglichen mit Frankreich, England oder Belgien. Dies könnte sich jedoch bald ändern. Neumann: „Wir wollen das Bewusstsein wieder dafür schärfen, dass auf einem schönen Auto auch eine schöne Figur drauf war.“





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