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Frösche auf dem Hochzeitszug

Februar 25, 2008 · redaktion · Kein Kommentar

Wenn im Frühling die Nächte mild und regnerisch werden, wandern die Erdkröten wieder zu Tausenden aus den Winterquartieren zu ihren Laichgewässern.
Aber auch andere Amphibien wie Grasfrosch, Bergmolch oder der Feuersalamander gehören zu den Traditionslaichern, die in jedem Frühjahr meist zu den Gewässern aufbrechen, in denen sie auf die Welt kamen, um dort selbst für Nachwuchs zu sorgen.

Dabei müssen sie häufig Straßen überqueren. Viele von ihnen erreichen ihr Ziel nicht und enden überfahren auf der Straße. Dies liegt auch an der Zunahme der Verkehrsdichte. Je mehr Fahrzeuge die Straße befahren, desto geringer ist die Chance der Lurche, diese lebend zu überqueren.

Die Landeshauptstadt Stuttgart und der Naturschutzbund Stuttgart (NABU) arbeiten zum Schutz der wandernden Amphibien eng zusammen. Gesucht werden unter Telefon 62 69 44 noch Helfer beim Einsammeln der Tiere an den Schutzzäunen.

In den Wandergebieten, es sind in Stuttgart vor allem die Waldflächen um den Rot- und Schwarzwildpark, der Frauenkopf und Bereiche nördlich von Möhringen, werden Schutzzäune gebaut und ergänzend verkehrsbehördliche Maßnahmen getroffen. Ziel der Maßnahmen ist es, den Verlust unter den wandernden Amphibienarten möglichst gering zu halten.

Betroffen sind hauptsächlich diejenigen Arten, die laichplatztreu sind und die unter günstigen Witterungsbedingungen in großer Zahl wandern. Zu diesen zählen Erdkröte, Grasfrosch, Springfrosch sowie einzelne Molcharten. Der Wanderungsbeginn wird durch eine Temperaturschwelle von plus vier bis fünf Grad Celsius ausgelöst und durch Regen noch verstärkt.

In Bereichen, in denen mehrere hundert bis tausend Tiere erwartet werden, wurden Schutzzäune gebaut, die nicht nur dem Artenschutz, sondern auch der Verkehrssicherheit dienen. Die wandernden Amphibien fangen sich an diesen Zäunen in Eimern. Die Helfer des Naturschutzbundes Stuttgart kontrollieren die Wanderstrecken und tragen die Tiere dann morgens über die Straße.

Dass die nützlichen Amphibien in ihrer Existenz bedroht und deshalb besonders geschützt sind, weiß heute jeder. Umweltbürgermeister Matthias Hahn bittet deshalb die Stuttgarter Autofahrerinnen und Autofahrer: „Achten Sie von Februar bis April besonders auf die wandernden Amphibien. Halten Sie die Geschwindigkeitsbeschränkungen ein und fahren Sie, gerade bei Regen, bitte besonders vorsichtig – auch mit Rücksicht auf die Helfer, die die Straße ebenfalls überqueren müssen.“ Im Einzelfall empfehle es sich, auch einmal für einige Tage von der üblichen Route abzuweichen und auf einer anderen Straße zu fahren.

Die folgenden Straßen durchschneiden die Wanderstrecken der Amphibien und sind durch Gefahrzeichen „Krötenwanderung“ kenntlich gemacht. Im Bereich des Rot- und Schwarzwildparks die Solitudestraße, die Magstadter Straße, die Mahdentalstraße sowie die Falkenstraße bei Möhringen-Sonnenberg und die Frauenkopfstraße in Stuttgart-Ost. Untergeordnete Wege und Verbindungsstraßen, die von wandernden Amphibien überquert werden, befinden sich am Oeffinger Scillawald, am Grünen Heiner und an der Zufahrt zum Sportplatz Uhlbach beim Robert-Bosch-Krankenhaus sowie im Bereich der Gustav-Barth-Straße in Heumaden. Weitere Wanderstrecken in Stuttgart betreffen folgende Straßen: Onstmettinger Weg in Möhringen, Roßhaustraße in Degerloch, Wernhaldenstraße in Stuttgart-Süd, Hintere Weingärten in Heumaden, Christian-Belser-Straße in Kaltental, Musberger Straße in Vaihingen und die Greutter Straße in Weilimdorf.

Wie in den Vorjahren werden die Bachhalde und Teile der Blankensteinstraße im Naturschutzgebiet „Unteres Feuerbachtal“ zwischen Mühlhausen und Zazenhausen an rund 15 Tagen, an denen starke Wanderungen erwartet werden, temporär gesperrt. Der Bus fährt dann nachts einen Umweg.

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