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Veranstaltungsreihe zum Gedenken an Albrecht Goes

Februar 6, 2008 · redaktion · Kein Kommentar

Unter dem Titel „ zum Hundertsten“ hat das Kulturamt eine Broschüre veröffentlicht. Sie stellt 77 Veranstaltungen in Baden-Württemberg zum hundertsten Geburtstag des Theologen und Literaten vor. Das Spektrum reicht von literarischen Gottesdiensten über Lesungen und Vorträge bis zu Aufführungen des Stücks „Unter offenem Himmel“ durch Dein Theater, das in Stuttgart am 7. Februar den Veranstaltungsreigen im Wortkino eröffnet.
In den folgenden Wochen erinnern in der Rohrer Laurentiuskirche eine Gedenkausstellung (17. bis 24. Februar) und der Film „Unruhige Nacht“ (23. Februar) an Goes. Aus der Fülle der Veranstaltungen ragen ein Festgottesdienst, den Landesbischof Frank O. July und Prof. Dr. Hans-Rüdiger Schwab in der Stiftskirche gestalten (8. März), sowie Vorträge des früheren Bürgermeisters Rolf Lehmann heraus. Er berichtet in der Friedensgemeinde (13. März), im Studienzentrum der evangelischen Landeskirche in Birkach (16. April) und im Stuttgarter Rathaus (17. Juni) über seine Freundschaft mit Goes und leitet eine Tagesfahrt zu Gedenkorten für Albrecht Goes (21. Juni).

Programmbeiträge kommen auch aus Gemeinden, in denen Albrecht Goes gearbeitet und gelebt hat oder die sich mit ihm verbunden fühlen sowie aus dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. So wird Helmuth Mojem mit Peter Härtling über Goes sprechen (19. März). Außerdem ist ihm eine Ausgabe der Marbacher Spuren gewidmet, die am 9. September in der Stadtbücherei im Wilhelmspalais vorgestellt wird. Dr. Helmut Zwanger, der im Tübinger Koepfer & Meyer Verlag ein Buch zu Albrecht Goes („Albrecht Goes. Freund Bubers und des Judentums“) herausbringt, wird sich in Vorträgen und Diskussionen der Person der Autors und Pfarrers nähern. Die Akademie Bad Boll (2. März) sowie Bad Urach (11. bis 13. April) widmen Albrecht Goes eine Tagungen.

Was ist anständig? Wie kann einer im Konflikt zwischen nationalsozialistischer Macht und den eigenen moralischen Forderungen überleben? Für Albrecht Goes wurden diese Fragen zum Lebensthema. Er selbst, berichten viele, die ihn kannten, blieb dabei ein strahlend-sprühend-fröhlicher Mensch, einer, der herzlich lachen konnte und einfühlsame, zarte Gedichte schrieb.

Albrecht Goes, Pfarrersohn, am 22. März 1908 in Langenbeutigen geboren, selbst Pfarrer, danach als Soldat eingezogen und seit 1942 Lazarett- und Gefängnispfarrer, zählt zu den ersten deutschen Schriftstellern, die über die Unmenschlichkeit der nationalsozialistischen Diktatur geschrieben haben. In Goes‘ 1949 veröffentlichtem Roman „Unruhige Nacht“ thematisiert er die Grausamkeit des Kriegs, der keine Liebe zulässt. Seine 1954 erschienene Novelle „Das Brandopfer“ handelt vom Mord an den Juden – ein Affront gegen alle, die nach 1945 behaupteten, sie hätten von nichts gewusst.

Als Journalist und Schriftsteller – Goes arbeitete auch für den Süddeutschen Rundfunk – schrieb er Gedichte, Essays und literarische Portraits. Er erhielt für sein literarisches Schaffen 1994 den Literaturpreis der Landeshauptstadt Stuttgart.
Sein besonderer Einsatz galt den christlich-jüdischen Gesprächen, die auf hoher politischer Ebene geführt wurden. Mit dem jüdischen Gelehrten Martin Buber verband ihn eine bis in die 30er-Jahre zurückreichende lebenslange Freundschaft. Goes ist am 23. Februar 2000 in seinem Haus in Stuttgart-Rohr, in dem er über 40 Jahre gelebt und gearbeitet hat, gestorben.

Die Broschüre ist unter anderem an der Infothek des Rathauses erhältlich.





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