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Der „Fliegende Katalane“ – Staatsoper Stuttgart

Dezember 9, 2007 · stuttgarter · Kein Kommentar

Der „Fliegende Katalane“

Regisseur Calixto Bieito realisiert mit dem „Holländer“ am 25. Januar in Stuttgart seine erste Wagner-Oper

Das Meer, die Matrosenchöre und die Ballade der Senta waren die ersten Nummern, die Richard Wagner noch unter dem Eindruck seiner Schiffsüberfahrt von Riga über Norwegen nach England als 26-Jähriger für den „Fliegenden Holländer“ vertonte. Ihre Sicht auf das frühe Wagner-Werk zeigen der katalanische Regisseur Calixto Bieito und der italienisch-spanische Dirigent Enrique Mazzola am 25. Januar 2008 um 19.30 Uhr an der . Beide realisieren mit der Dresdner Fassung des „Holländer“ ihre erste Wagner-Oper.

Evoziert dieser Opernstoff, die Sage des durch Gotteslästerung verdammten Holländers, der ewig die Weltmeere kreuzend auf seine Erlösung wartet, Mythos und Außenseitertum, entzaubert Bieito Ersteres und übersetzt Letzteres in ein Gesellschaftsphänomen des 21. Jahrhunderts. Ausgangspunkt bildet dabei ein (etwas ironisch-überspitzes) persönliches Erleben des Regisseurs: Durch Annullierung eines Fluges verbrachte Bieito einen ganzen Tag auf dem Zürcher Flughafen. „Ich fühlte mich wie ein ‚fliegender Katalane’, ein europäischer Geschäftsmann, der anonym und isoliert unterwegs ist.“

Für ihn sei dieser Managertyp in Nadelstreifen das heutige Sinnbild des Holländers. Calixto Bieito versetzt diese Figur in eine „europäische Hölle“ – das Mitteleuropa der Manager. Der Holländer (gesungen von dem neuen Ensemblemitglied Yalun Zhang) wird zu einem geistig und räumlich heimatlos gewordenen Menschen auf der Suche nach einem Gegenüber, der ihm Lebenssinn und -halt gibt. Diese Suche erfüllt sich in Senta (Barbara Schneider- Hofstetter), der Tochter eines Geschäftsmannes. Es ist die Begegnung zweier durch das System ausgehöhlter Menschen, eine Liebe die aus Solidarität für den Anderen erwächst. Eine Gegenwelt des Wertekonservativen bildet Erik dazu, der in der Dresdner Fassung noch als Georg bezeichnet und von dem kanadischen Gasttenor Lance Ryan gesungen wird. Ryan gibt in dieser Rolle sein Staatsoperndebüt.

Verortet wird diese Dreiecksbeziehung von Bühnenbildnerin Rebecca Ringst und Kostümbildnerin Anna Eiermann in einem auf Sand gebauten Durchgangsort, der sich in einer Architektur aus Glas und Metall widerspiegelt, mit maritimen Reminiszenzen wie einem treibenden Schlauchboot.

Musikalisch setzt Dirigent Enrique Mazzola, der bereits mehrfach an der Staatsoper dirigierte und in der letzten Saison Madernas „Hyperion“ leitete, auf die Urfassung der Oper von 1843: „Auch wenn in dieser Fassung vieles verbesserungswürdig sein mag, ist es dennoch für mich der einzig ‚wahre Holländer’“. Auch trage diese Fassung der Regie Rechnung, da Bieitos Herangehensweise eben nicht die episch-monumentale musikalische Geste suche, wie sie die späteren Holländer-Fassungen aufzeigten.

[ Mehr Informationen und den Spielplan finden Sie hier … ]

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